(Dieser Artikel ist veröffentlicht in MHR 4/99) < home RiV >
 
 Künftige Anforderungen an den Richterberuf?

"Justiz auf dem Weg ins 21. Jahrhundert" war der Titel. Neues Steuerungsmodell, Budgetierung, effektives Controlling, darüber etwas zu erfahren, waren die Erwartungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Tagung in Wustrau im Herbst 1998. Aber dann das Tagungsprogramm, welche Enttäuschung. Nichts Praktisches, nur Abstraktes und Philosophisches.

Es fängt an mit "Was heißt: nur dem Gesetze unterworfen? Über das Verhältnis des Richters zur Norm, zum Fall und zu sich selbst." , auf der Tagesordnung stehen unter anderem auch "Eine wirklichkeitstheoeretische Neubestimmung des Humanismus und ihre juristische Relevanz" oder "Reflexion und Dialog – Zu den Voraussetzungen einer neuen Ethik im Umgang mit sich und der Natur."

Rumoren und Aufbegehren unter den Teilnehmern. Das brauchen wir doch nicht für unsere tägliche Arbeit, heißt es von deren Seite. "Lassen Sie uns doch den Versuch wagen, das Thema von einer ganz anderen Seite zu beleuchten." Dem Tagungsleiter Dr. Krauss gelingt es schließlich, dass weder das Tagungsprogramm gekippt wird noch jemand, wie angedroht, gleich wieder abreist.

Und das Bleiben hat sich gelohnt. Nicht wegen abendlicher Doko-Runden und morgendlicher Jogging-Runden, die ohne Frage sehr vergnüglich waren, nein, das Tagungsprogramm erwies sich als ungemein spannend. Wir erlebten mehrfach, wie Dr. Krauss am Ende der Tagung sagte "eine glückliche Stunde".

Ich habe meine umfangreichen Aufzeichnungen mit nach Hause genommen, in dem Vorsatz, jene Woche zu dokumentieren, um für die Teilnehmer eine Erinnerung zu schaffen und auch andere teilhaben zu lassen.

Nun rüstet alles fürs Millenium, die Uhren laufen unerbittlich. Das 21. Jahrhundert beginnt in weniger als zwei Monaten - und der Bericht ist immer noch nicht fertig. Der Trubel des Alltags ließ dies bisher nur bedingt zu, die Rohversion harrt ihrer Fertigstellung.

Um doch noch vor der Jahrtausendwende meinen Bericht aus Wustrau fertigzustellen, nutze ich derzeit eine Pause im Tagesgeschäft und die etwas ruhigeren Novembertage. Wer mehr darüber erfahren möchte, möge sich mit mir in Verbindung setzen (Tel. 514 30 609, Fax 514 30 608)

Sabine König