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Grotius frontispieces

MARE LIBERUM

- das Oratorium in Hamburg -

 

Nach langer Planung und Vorarbeit wird ein deutsch-niederländisches Projekt am 05.06.2010 in Hamburg Wirklichkeit!

Worum geht es? Hugo Grotius, geboren 1583 in Delft und 1645 gestorben in Rostock, ist ein bemerkenswerter Jurist, mit dessen Werk sich näher zu beschäftigen, den Rahmen dieser Ankündigung sprengen würde. Als Auftragsarbeit für die Niederländische Ostindien-Gesellschaft erstellte er etwa 1605 das Rechtsgutachten „de indis“, das unter dem Titel „de jure praedae“ erst 1868 veröffentlicht wurde. Die Nichtveröffentlichung des Werkes hatte gute Gründe. Denn als 1609 ein Auszug anonym mit dem Titel „mare liberum“ erschienen war, griff sofort die katholische Kirche ein, die ihren Machtanspruch untergraben sah. Grotius formulierte nämlich den seinerzeit revolutionären Gedanken, dass die Meere frei und alle Staaten berechtigt seien, sie zur Handelsschifffahrt uneingeschränkt zu nutzen. Neben der Kirche opponierte auch England heftig gegen den Gedanken der Freizügigkeit der Nutzung der Meere. „Mare liberum“ ist sicher einer der wichtigsten historischen, wenn nicht gar der begründende Text zum internationalen Seerecht. Neben weiteren Schriften verfasste Hugo Grotius, auf „mare liberum“ gründend, 1625 in Paris „de iure belli ac pacis (libri tres)“, womit er auch zum Vater des klassischen Völkerrechts wurde. Er leitet das Völkerrecht aus dem Naturrecht ab, das alle Menschen unveräußerlich besitzen, weil es zur Natur der Menschen gehört.

Bereits diese schlagwortartige Darstellung zeigt, dass das 400-jährige Jubiläum der Veröffentlichung der Schrift „mare liberum“ zu Recht 2009 in Den Haag als Sitz vieler internationaler Gerichte in der Zeit vom 16.09. bis zum 01.12.2009 zum Anlass genommen wurde, mit vielen Veranstaltungen dem Jubiläum zu gedenken. Am 11.12.2009 wurde das eigens hierfür in Auftrag gegebene Oratorium „Mare Liberum“ für Chor, Gesangssolisten und Orchester in Den Haag uraufgeführt.

Es ist uns gelungen, dieses Oratorium auch nach Hamburg – wo Grotius ebenfalls tätig war – zu holen. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Übergabe des hiesigen Gebäudes des „International Tribunal for the Law of the Sea“, an die Vereinten Nationen findet das Konzert statt am

Samstag, 05.06.2010, 18.00 Uhr,
in der Aula der benachbarten
Rudolf Steiner Schule, Elbchaussee 366

 

Das mitreißende und in Den Haag von großem Publikum umjubelte Oratorium des bedeutenden niederländischen Komponisten Roel van Oosten wird vom Haagse Toonkunstkoor (90 Sänger) und dem profilierten Studentenorchester der Universität Delft (65 Musiker) aufgeführt. Zur Einführung wird das Hamburger Juristenorchester Teile aus der „Hamburger Wassermusik“ von G. Ph. Telemann spielen. Studenten der Bucerius Law School werden das Konzert als Benefizveranstaltung zugunsten humanitärer Einrichtungen der Seefahrt moderieren.

Im Anschluss lädt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg zu einem sommerlichen Senatsempfang in das nur 200 m entfernte Gebäude des Seegerichtshofs ein, bei dem voraussichtlich auch der Präsident des Internationalen Seegerichtshofs die Gäste begrüßen wird.

Veranstalter sind (voraussichtlich): Bucerius Law School, Deutscher Verein für Internationales Seerecht, Deutsch-Niederländische Handelskammer, Hamburgischer Richterverein, Hanseatische Rechtsanwaltskammer, Internationale Stiftung für Seerecht.

Anmeldungen bei:

Hamburgischer Richterverein e.V.
Sievekingplatz 1, 20355 Hamburg
Postfach: Zimmer B 028 ZJG

oder per e-mail an:

geschaeftsstelle@richterverein.de

Gerhard Schaberg