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Was damals Recht war …

 

Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

 

Unter diesem Thema konzipierte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas eine Wanderausstellung, die sich zum Ziel gesetzt hat, erstmals ein umfassendes Bild von den willkürlichen Entscheidungen der Wehrmachtsgerichte zu zeichnen. Die Stiftung will damit entsprechend ihrem Stiftungszweck zu einem würdigen Gedenken aller Opfer des Nationalsozialismus beitragen.

Nach der Eröffnung in Berlin (22.06.2007) wurde die Ausstellung u.a. in Köln, München und Kiel gezeigt und wird nunmehr in der Zeit vom 06.07. bis 08.08.2009 in Hamburg zu sehen sein.

Angeregt durch die Teilnahme an der Ausstellungseröffnung in München machte der damalige Justizsenator Lüdemann es zu seinem Anliegen, die Ausstellung auch in Hamburg durchzuführen. Sein Nachfolger, Justizsenator Steffen, förderte die Planungen in der Justizbehörde durch seine engagierte Unterstützung und die Zusage, Mittel aus dem Haushalt 2009 der Justizbehörde für die Umsetzung zur Verfügung zu stellen.

Die in die Planungen der Justizbehörde (dort wird das Projekt federführend von Ri’inLG Carola Klaassen betreut) eingebundene Arbeitsgruppe stand zunächst vor der schwierigen Aufgabe, für die großflächigen, raumgreifenden Ausstellungseinheiten mit Text- und Bilddokumenten eine geeignete Ausstellungsfläche zu finden. Zahlreiche Räumlichkeiten wurden in Augenschein genommen, in ihrer Eignung gegeneinander abgewogen und letztlich als ungeeignet, weil zu klein, nicht allgemein zugänglich oder schlecht erreichbar verworfen, bis die Flügelbauten der Universität, und zwar dort der Westflügel, als die beste Lösung ins Blickfeld gerieten. Dieser Ausstellungsort vereint alle Vorteile: er ist zentral gelegen, deshalb gut erreichbar, ganztägig zugänglich und bietet nicht nur Raum für die Eröffnungsveranstaltung, sondern auch Hörsäle für Vortragsveranstaltungen.

Nachdem die Präsidentin der Universität ihr Einverständnis für die beabsichtigte Nutzung erteilt hatte, konnte die Planung eines Begleitprogramms intensiviert werden, denn das Konzept der Ausstellung ist darauf ausgerichtet, dass den interessierten Besuchern möglichst vielfältige Aspekte der Thematik aufgezeigt werden.

Die Arbeitsgruppe hat deshalb – maßgeblich gestützt auf die Kenntnisse und Kontakte von Magnus Koch, Mitverfasser des Ausstellungskonzepts und Organisator des Begleitprogramms, und von Oberstaatsanwalt i.R. Udo Löhr – eine Vielzahl von Anregungen zu Themen und Referenten aufgegriffen, die ein ebenso interessantes wie facettenreiches Vortragsprogramm versprechen. Nach den bisherigen Planungen werden die Veranstaltungen des Begleitprogramms nicht nur in der Universität stattfinden, vielmehr soll auch die besondere Atmosphäre der Grundbuchhalle für Veranstaltungen genutzt werden, denn auch der Verein der Freunde der Grundbuchhalle ist an der Umsetzung des Programms beteiligt.

Die noch notwendigen Detailplanungen werden alle Mitglieder der Arbeitsgruppe noch intensiv beschäftigen, denn es gilt, zum einen für die Bewachung der Ausstellungsobjekte Sorge zu tragen, zum anderen geeignete Personen für Führungen durch die Ausstellung zu finden und deren Schulung zu organisieren, ganz zu schweigen von den Problemen, die die Terminierung und Finanzierung der einzelnen Veranstaltungen des Begleitprogramms bereiten wird (es sind pro Woche zwei Veranstaltungen vorgesehen).

Vor allen Dingen aber gilt es, auf diese Ausstellung rechtzeitig und umfassend durch gezielte Werbemaßnahmen aufmerksam zu machen (so z.B. durch diesen Artikel!). Geplant ist u.a. die möglichst frühzeitige Verteilung von Ausstellungsankündigungen in den Schulen, damit die Schulen noch Gelegenheit haben, vor den Sommerferien einen Ausstellungsbesuch zu planen und für eine Führung anzumelden.

Außerdem hat die Arbeitsgruppe zahlreiche Institutionen mit der Bitte um Unterstützung angesprochen und fast durchweg große Bereitschaft gefunden, uns bei der Vorbereitung des Begleitprogramms und der Werbung für den Ausstellungsbesuch zu unterstützen. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang nur die Führungsakademie der Bundeswehr.

Bei so viel Engagement kann der Erfolg nicht ausbleiben! Wir freuen uns, wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Ausstellung und die weiter angebotenen Veranstaltungen besuchen und auch Verwandte und Freunde auf die Ausstellung hinweisen. Die Einzelheiten werden Sie auf der Homepage des Richtervereins in der Rubrik Veranstaltungen finden!

 

Inga Schmidt-Syaßen